EXPERIMENT AUS KLASSIK, JAZZ UND VIDEO

Veröffentlichung:
24. Oktober 2008
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„Blue Chamber Quartet“ musiziert im Technik-Museum VON ANNE KIRCHBERG Ein gelungenes Experiment erlebten am Mittwochabend die zirka150 Besucher der Veranstaltungsreihe „BASF-on-tour“ im Forum des Speyerer Technik-Museums: Das „Blue Chamber Quartet“ ließ klassische Klänge mit Jazz verschmelzen und bot zusätzlich eine auf die Musik abgestimmte Videoprojektion von Sascha Simm. 

Für die vier klassisch ausgebildeten Musiker Julia Bartha (Klavier), HolgerMichalski (Kontrabass), Angelika Siman (Harfe) und Thomas Schindl (Vibraphon) war die Zusammenarbeit mit einem Videokünstler eine Premiere, die der Kontrabassist mit den Worten einläutete: „Lassen Sie sich von der Fülle der Klänge, Bilder und Farben berauschen.“ Vom kraftvollen Auftakt mit Sergei Prokofieffs „Toccata“ bis zum letzten offiziellen Programmpunkt mit drei Stücken aus der „Jazz Suite“ von Richard Michael zog das „Blue Chamber Quartet“ mit seiner virtuosen Spielweise und dem exakten Zusammenspiel das Publikum in seinen Bann. Neben den großartigen Einzelleistungen jedes Musikers beeindruckte besonders Schindls Können am Vibraphon.Das kurzweilige, zirka zwei Stunden dauernde Programm enthielt unteranderem Kompositionen von Jazz-Legende Chick Corea („Children‘s Songs“), den beiden norddeutschen Musikern Jens Schlieker und Nils Rohwer („Hinter dem Fenster“, „Music 4 – 4“), dem Österreicher Friedrich Gulda („Dance“), dem Amerikaner Allen Shawn („Three Dance Portraits“) und dem egründer des spanischen Nationalstils, Isaac Albéniz („Asturias“). Das Quartett hatte die Stücke, meist unter Schindls Federführung, für die außergewöhnliche Kombination der vier Instrumente neu bearbeitet. Dem Publikum erklärten die Musiker vor jedem Stück kurz, aber sehr wortgewandt die Herkunft und Besonderheit der folgenden Darbietung. Die auf einer großen Leinwand präsentierte Videoprojektion von Sascha Simm zeigte neben bewegten Bildern von Bergen, Wolken, Himmel, Pflanzen und Tieren in diversen Farbschattierungen auch immer mal wieder Nahaufnahmen der Musiker während der Proben für das entsprechende Stück. Besonders gut gelang dem Gründer der Schnittstelle für Gestaltung „Weinsbergerkreuz“ die harmonische Verschmelzung von Musik und Bildern zu „Music 4 – 4“ (Schlieker/Rohwer). Dabei passten flackernde Muster, verzerrte Lichteffekte und auf den Strand gespültes Meerwasser perfekt zu den jeweiligen Klängen. Die Zuschauer im Technik-Museum waren jedenfalls begeistert und wurden für ihren anhaltenden Applaus mit einer feurigen Zugabe belohnt, bei der Thomas Schindl sogar zu Kastagnetten griff.